Es ging weiter mit den Untersuchungen



Meine Blutwerte waren in Ordnung, mein Fahrradfahren-Wert war in Ordnung, ich wäre körperlich Gesund, schließlich aber beschloß er eigentlich was ganz einfaches:

"Ich kenne da eine liebe Frau in der Neurologie, habe zusammen mit ihr studiert, sie ist nun Dozentin und hat auf dem Gebiet der Nerven Erfahrungen...ich überweise sie dort hin."


Ich konnte mir nicht vorstellen etwas mit Nerven am Hut zu haben, bin eigentlich robust was Stress angeht, fühlte mich nicht krank oder eingeschränkt. Habe mir aber sehr wohl Gedanken über meine Situation gemacht. Also machte ich einen Termin bei der Neurologin.

Diesen Termin habe ich auch sehr schnell erhalten, habe mich vorgestellt und erzählt was mir passiert ist.

Beim fußballspielen stolpern, beim hüpfen mit meiner Tochter auf dem Trampolin unsicher sein, nicht mehr richtig sehen können, beim buddeln im Garten ebenso jetzt.


Alles wo ich mich körperlich anstrengte, kamen diese Symptome immer öfters, unscharfes sehen, linkes Bein wurde schlapp, doch alles war nach kurzer Zeit der Ruhe wieder weg.


Sie teilte mir in einem ruhigen Ton mit, dass ich doch bitte CT Bilder vom Kopf machen solle um näheres zu erfahren. Gesagt getan, ab zum Radiologen und CT-Bilder gemacht. Diese Bilder schaute sich auch die Neurologin an, für mich waren es nur Bilder vom Kopf, nichts auffälliges. Um jedoch absolut sicher zu gehen schickte sie mich ein weiteres mal in die Röhre, diesmal ein MRT mit Kontrastmittelaufnahme.

Ich wieder zum Radiologen mit abschliessendem Gespräch des dort verantwortlichen Arzt.

Er murmelte irgendwas von MS, das würde er öfters sehen, nähere Informationen bekäme ich von meiner Neurologin.


Tjoaaa...nun war die Neurologin dran mit weiteren Untersuchungen....


Die MRT-Bilder zeigten einem verschiedene Herde im Kopf, einer davon wohl auf dem Sehnerv und somit musste ich nun noch kleinere Untersuchungen wie zb. eine Gehstrecke von 15 Metern auf Zeit gehen, einen Steckkasten mit beiden Händen auf Zeit bedienen...von rechts nach links Holzstäbchen stecken und umkehrt..., einen kleinen Sehtest absolovieren, an einem Monitor mit Schachbrettmustern verweilen (dort wurden Reaktionswege getestet), meinen Finger auf die Nase blind führen, Fußreflexe wurden getestet, auf einem Bein stehen und Augen schließen und diverse andere Musteraufgaben lösen.


Letzten Endes kam die Lumbalpunktion, eine für mich eher unangenehmere Untersuchung, doch diese musste laut Neurologin noch sein um gewissheit zu haben.

Bei dieser Untersuchung piksen sie einen erst mit einer kleinen Nadel in den Rücken, damit man mit einer Meganadel ins Rückenmark gelangen kann, um Nervenwasser zu ziehen. In diesem Nervenwasser konnte sie dann bestimmte Entzündungswerte lesen.

Das unangenehme für mich war der Moment der Ohnmacht, ja so fühlte es sich kurz an...einfach den Boden unter den Füßen zu verlieren. Ein Gefühl was um ehrlich zu sein echt eklig war.


Da jetzt alles komplett war, war die Diagnose Multiple Sklerose sicher.


Verschiedene kleine Untersuchungen, MRT-Bilder und Lumbalpunktion führten zu dieser alles veränderten Diagnose MS, womit ich allerdings immer noch nichts anfangen konnte und die Praxis ersteinmal mit neuem Termin im Gepäck verließ.